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Nur einfache Dinge funktionieren. Hier die ultimativen einfachen Regeln zum Umgang mit den privaten Finanzen.

“Ich strebe stets die maximale Einfachheit an.”

Prof. Dr. Hans-Martin Sommer

Viele Menschen lassen sich ihr ganzes Leben vom Geld beherrschen. Sie überlegen, wie sie sich Dinge leisten können oder wie sie die gemachten Schulden wieder loswerden. Ständig denken sie über diese Probleme nach. Möglicherweise beeinflussen diese Geldprobleme sogar die Beziehung oder gar die eigene Gesundheit. Ich habe gelernt, dass dies nicht sein muss. Jeder, wirklich jeder, egal mit welchem Einkommen ist in der Lage schuldenfrei zu werden und zu bleiben oder sich Dinge zu leisten, von denen andere ihr Leben lang nur träumen!

Dazu müssen nur die einfachen Regeln des Geldes befolgt werden. Da sie mir sehr geholfen haben, möchte ich sie hier einmal kurz vorstellen.

Die 10% Regeln

“Das Gold fließt mühelos jenem Mann in reicher Fülle zu, der nicht weniger als ein Zehntel seines Einkommens zur Seite legt, um sich für die Zukunft für sich und seine Familie ein Vermögen zu schaffen.”

Zitat aus “Der reichste Mann von Babylon” von George S. Clason.

Diese einfache Regel ist die Grundlage des eigenen Vermögensaufbaus. Egal wie hoch die monatlichen Einnahmen der Familie oder einer einzelnen Person sind. 10% dieser Einnahmen werden jeden Monat zur Seite gelegt und niemals für den Konsum verwendet. Niemals! Dieses Geld geht immer in den Aufbau des Vermögens. Schon bald wird jeder merken, wie das eigene Vermögen wächst und dies wird immer schneller geschehen. Am Anfang mag es lächerlich wirken. Aber diese einfache Regel schafft über den Zinseszinseffekt bald eine ansehnliche Summe.

Bereits Kindern sollte diese einfache Regel beigebracht werden. Schon mit dem ersten Geld, welches sie zur Verfügung haben können Sie beginnen ihr eigenes Vermögen aufzubauen. Viel wichtiger ist aber schon hier die Verinnerlichung der Regel. So sind es anfänglich vielleicht nur 0,20 EUR pro Woche, die gespart werden. Von der Ausbildungsvergütung 60 EUR und später vielleicht sogar 250 EUR pro Monat. Da aber immer 10% verwendet, wird das Geld niemals fehlen. Es ist einfach eine Gewohnheit und der Effekt ist beeindruckend!

Wer erst später im Leben diese Regel kennenlernt muss zunächst seine Ausgaben soweit reduzieren, dass er 10% seines Einkommens für die Vermögensbildung verwenden kann. Das kann jeder! Sofort! Sollten noch Schulden (außer Hypotheken) vorhanden sein, so sollten diese 10% des Einkommens konsequent zu Tilgung benutzt werden. Denn nichts ist schlimmer als selbst Zinsen zu zahlen. Der erste Schritt sollte beispielsweise die Tilgung eines Dispositionskredits sein. Nichts ist teurer und sinnloser. Sobald der getilgt ist, sollte unbedingt das Girokonto umgestellt werden, sodass keine Überziehung mehr notwendig ist. Das ist auch nichts anderes als ein voll ausgeschöpfter Dispositionskredit. Letztlich können wir uns nur das kaufen, wofür auch das Geld zur Verfügung steht.

Mit diesem einfachen Plan und ein wenig Disziplin ist man rasch seine Schulden los und baut sein Vermögen auf.

Wie aber können wir uns größere Anschaffungen oder Reisen leisten. Dies funktioniert ebenso einfach. Auch hierfür verwendet man 10% des Einkommens und legt es bei Seite. Wird dies ebenso konsequent gemacht, ist auch Geld für größere Anschaffungen da. Hier bin ich allerdings nicht immer ganz so konsequent, da manchmal auch überraschende Ausgaben in einem Monat anfallen. Diese bezahle ich dann meistens aus diesen 10% und reduziere dann entsprechend die Rücklage.

Keine finanziellen Überraschungen mehr

Die monatlichen Einkünfte sind bei den meisten fast identisch. Es gibt stets einen Betrag, mit dem man fest rechnen kann. Dieser sollte die Grundlage für die gesamte Planung sein. Eventuelle zusätzliche Einkünfte werden gerne genommen und erhöhen die Möglichkeit zur Vermögensbildung. Bei den monatlichen Kosten verhält es sich jedoch leider nicht zu gleichmäßig. Da gibt es jährliche Ausgaben, wie beispielsweise Versicherungen, Beiträge o.ä. Zusätzlich gibt es Ausgaben, alle drei Monate anfallen oder alle zwei Monate. Hier hilft nur eine Bestandsaufnahme aller Ausgaben pro Jahr. Eine einfache Excel Tabelle reicht dafür. Wenn alle Ausgaben gesammelt worden sind, die pro Kalenderjahr anfallen ergibt sich bei den meisten eine hübsche Summe. Um zukünftig Überraschungen zu vermeiden wird diese Summe einfach durch 12 Monate geteilt. Der Betrag, der dabei rauskommt, wird monatlich ebenfalls bei Seite gelegt. Am besten auf ein Sparkonto. Etwaige Ausgaben können nun einfach von diesem Sparbuch bezahlt werden und die monatlichen Kosten sind stabil. So stelle ich beispielsweise einfach fest, wie viel Geld wirklich zur Verfügung steht.

Persönlich habe ich die monatliche Rücklage noch um ein weiteres Element erweitert. Die Abschreibungen! Eigentlich ist dies ein Begriff aus der Betriebswirtschaftslehre. Vereinfacht mache ich folgendes. Nach einer größeren Anschaffung überlege ich mir, wie lange es wohl dauern wird, bis ich die Ausgabe wieder tätigen muss. In der Betriebswirtschaftslehre spricht man von der voraussichtlichen Nutzungsdauer. Dann überlege ich mir, was es mich dann voraussichtlich kosten wird. Dann teile ich einfach den voraussichtlichen Kaufpreis durch die voraussichtliche Nutzungsdauer. So erhalte ich einen kleinen Betrag, den ich zusätzlich monatlich zurücklege. Eine defekte Waschmaschine oder eine neue Brille überrascht mich dann nicht mehr. Sie wird einfach bezahlt. Aus den Rücklagen. Das ist sehr beruhigend. Die Disziplin lohnt sich so schon nach kurzer Zeit.

Am besten eignet sich für diese Abschreibungen bzw. die Rücklagen ebenfalls eine einfach Excel-Tabelle. Nehmen wir einmal eine Waschmaschine als Beispiel. Kostet die Waschmaschine 700 EUR und ich rechne mit einer voraussichtlichen Nutzungsdauer von 60 Monaten ergibt sich eine monatliche Rücklage von 700 EUR / 60 Monate = 11,67 EUR.

Zusammenfassung

  • 10% des Einkommens für den Vermögensaufbau verwenden (niemals ausgeben) oder zunächst Schulden tilgen
  • 10% des Einkommens für Reisen größere Anschaffungen (möglichst konsequent, bei Bedarf hier kürzen)
  • Jährliche Kosten ermitteln und auf den Kalendermonat umlegen. Den Betrag monatlich zurücklegen.
  • Optional, aber sehr beruhigend: Abschreibungen von größeren Anschaffungen bilden.
  • Immer etwas weniger als den verbleibenden Rest ausgeben. Niemals mehr!
  • Außer Hypothekenzinsen NIEMALS Zinsen zahlen!

Vermögen wird nur durch den Verzicht auf Konsum erworben.

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