Zwei Schritte – gewaltiger Unterschied.
Manchmal sitze ich vor einer Idee, überzeugt, dass sie brillant ist – bis jemand ein einziges Detail hinterfragt und mein gedankliches Kartenhaus wackelt. Dieser Moment tut kurz weh, aber er wirkt wie ein Spotlight: Plötzlich sehe ich, was ich vorher nicht sehen konnte. Und genau diese zweite Perspektive übergehen wir im Alltag viel zu oft.
Analyse
Was wir wirklich brauchen, ist ein Dialog mit uns selbst – einer, der erst stärkt und dann herausfordert.
Im ersten Schritt schaust du freundlich auf deine Idee: Du willst verstehen, verbessern, verfeinern.
Im zweiten Schritt drehst du das Licht: dieselbe Idee, aber mit skeptischem Blick, als würdest du sie zum ersten Mal sehen.
Generative KI (ChatGPT, Gemini oder Claude) hilft dabei wie ein flexibler Sparringspartner. Erst Unterstützer, dann Widersacher.
So konfrontierst du deine Annahmen, bevor die Realität es übernimmt. Und weil du die Gegenrolle bewusst definierst, triffst du genau die Stellen, die sonst unentdeckt bleiben.
Ein Prinzip steckt dahinter: Frühe Reibung verhindert späte Schmerzen.
Je eher du deine Idee infrage stellst, desto stabiler wird sie.
Praxis
Probier es direkt aus. Schnapp dir die generative KI deiner Wahl und leg los:
-
Bewerbung:
Zuerst deinen Lebenslauf optimieren lassen. Dann:
„Du bist ein überarbeiteter Hiring Manager. Du hast 60 Sekunden – was sind deine Red Flags?“ -
Business-Vorschlag:
Entwurf fertig? Dann:
„Du bist CFO mit Fokus auf Kostensenkung. Wo liegt das größte Risiko? Warum überzeugt der ROI nicht?“ -
Cold Outreach:
Mail verfeinern lassen und dann:
„Du bist VP Marketing und bekommst 50 solcher E-Mails täglich. Was nervt sofort? Was führt zum Löschen?“
Mini-Hack: Mach die Gegenrolle messerscharf.
Nicht „Sei Kritiker“, sondern:
„Du bist ein risikoscheuer CTO, der Datensicherheit über alles stellt.“
Schlussgedanke
Wenn du lernst, erst dein eigener Verbündeter und dann dein stärkster Gegner zu sein, entsteht Klarheit. Und Klarheit schafft Überzeugung.
Wahre Stärke zeigt sich selten in Zustimmung – sie zeigt sich im Moment, in dem du den Widerspruch bewusst zulässt.